Museum Eckernförde 
Museum Eckernförde : Das besondere Museumsstück : Briefträgerinnen
das 
besondere 
museums 
stück 

 

das besondere museumsstück

Briefträgerinnen

Tuomo Manninen (*1962 in Jyväskylä/Finnland), 2002
Fotografie, 100 x 100 cm
Museum Eckernförde Inv. Nr. 2003/150 (aus urheberrechtlichen Gründen keine Abbildung)

Norbert Weber, Galerie Nemo: Ende der Vorstellung

Die Fotografie "Briefträgerinnen", die 2002 in Eckernförde entstanden ist, ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass der Ort, an dem Manninen seine Figuren platziert, mehr ist als eine Kulisse, ein passender Hintergrund für die vorgestellten Personen. Dafür wäre in diesem Fall der Betriebshof der Post der geeignete Ort gewesen. Indem Manninen auf diesen "natürlichen" Hintergrund verzichtet und eine Naturumgebung wählt, die im Hinblick auf die Tätigkeit der dargestellten Figuren "unnatürlich" ist, gewinnt er in mehrfacher Hinsicht Raum.

Ganz praktisch ist es Spielraum, nämlich die ganze Höhe, Breite und Tiefe der Strandumgebung, ein Raum, der von kleinen Sandhügeln im Vordergrund zu einem fernen Ufer am Horizont reicht. Ein solcher Ort bietet jede erdenkliche Möglichkeit, Figuren aufzustellen, seitlich zu verschieben oder von vorne nach hinten zu rücken. Es ist der ideale Ort für den Aufbau einer komplexen Figurenstellung. Man kann das Bild der Briefträgerinnen am Strand wie ein Schachdiagramm ansehen. Was ist das Problem?

Darüber hinaus gewinnt Manninen mit der Platzierung der Briefträgerinnen am Strand, d.h. eigentlich mit deren Deplatzierung, einen erweiterten Bedeutungsraum. Und hier liegt auch das Problem. Mehrere Variablen stehen auf einmal in einer komplexen Situation in Beziehung, eine mit der anderen und alle gleichgewichtig untereinander: die Figuren, der Betrachter, der Raum. In diesem Beziehungsgeflecht gibt es keine eindeutige Lösung, bei der das Spiel beendet wäre. Es ist eine Pattsituation.

Von welcher Seite man die Stellung auch betrachtet, man findet Ansatzpunkte, Hinweise, die jeder für sich genommen weiterführen, sich insgesamt aber nicht zusammenfügen. Die passende Metapher hierfür ist der Ort, an dem sich die Briefträgerinnen befinden. Denn an dieser Stelle, dem Sandstrand mit seinen Häuschen für die Badegäste, erweist sich die Situation im wörtlichen Sinne als verfahren. Die Fahrräder stecken im Sand fest. Die eigentliche Aufgabe der Briefträgerinnen, Botschaften zu übermitteln, ergibt hier keinen Sinn. Feierabend. Ende der Vorstellung

Der Ort ist die Botschaft. Nirgendwo sonst haben Künstler das Ende der Vorstellung schöner geschildert als am Ufer des Meeres: all die Bilder von sehnsüchtigen Menschen, die am Strand nicht weiter kommen, von stolzen Schiffen, deren Reise an den Klippen endet.

wegweiser

Briefträgerinnen:
Raum 1.08

Ausstellungshinweis:
ab 10. September zeigt die Stadtgalerie Kiel eine Manninen-Werkschau.

Am 11. September stellt Norbert Weber in unserer Reihe der Prominentenführungen um 12.00 Uhr die beiden Fotografien Manninens im Museum Eckernförde vor.

archiv

2003

Fayence-Teedose
Porträt S.C. Otte
Deichbruch 1825
Osterhasen
Stuhl, um 1905
Porträt M. Suadicani
Früchtestillleben

2004

Fäkalienkübel

2005

Briefträgerinnen
30 Jahre Museum Eckernförde


2009

Jesus und die Kananäerin
 


 

 
Museum Eckernförde DAS MUSEUM
Startseite
Leitbild
Informationen für Ihren Besuch
Vorträge
Kostümführungen
Neu im Museum
Veröffentlichungen
Geschichte
Museumsverein Eckernförde e. V.
AUSSTELLUNGEN
Sonderausstellungen
Stadtgeschichte
Leben damals
Das besondere Museumsstück

ARCHIVE
Carl Bössenroth-Archiv
Max Streckenbach-Archiv

Das Museum Eckernförde ist Mitglied im Deutschen Museumsbund und im Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg und beteiligt sich an digiCULT.

Kontakt | Impressum

Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. © 1999-2013 Museumsverein Eckernförde e. V.